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weit gefailt.

Wenn die Finger schneller tippen als unsere Synapsen sich kurzschliessen. Wir ertappen uns doch immer wieder selbst. Wir setzten einen Tweet ab, den wir erst im Nachhinein erst richtig lesen oder richtig Gedanken dazu machen. Grund: in dem Moment als wir oben rechts (so ist es zumindest beim Echofon) «senden» antippen, waren wir genervt, gestresst, den Kopf nicht richtig bei der Sache. Viele Tweets sind doch sinnlos und dienen trotzdem der täglichen Unterhaltung. Spassfaktor pur, lassen unsere Zeit auf Twitter lustig und kurzweilig vergehen. Von solchen Tweets lebt Twitter. Doch es gibt eben auch jene, welche überflüssig wären. Ich denke hier an:

 

oder

Weit verfailt und da wären wir beim Thema. Tweets, sinnlose Tweets, mit dem Wort #fail stören mich. Es ist nicht unbedingt das Fail, was mich stört. Eher die Tatsache, dass wir etwas schlecht schreiben wovon wir vielleicht keine Ahnung haben. Wieso ist eine S-Bahn verspätet? Wieso fährt meine S-Bahn nur mit 1 Komposition statt 2. Wieso scheint die Lucy nicht so hell wie auf den Fotomontagen. Fragen über Fragen, welche wir doch gar nicht beantworten können. Statt sich zu informieren oder Interesse zu zeigen, schreiben wir lieben einen Tweet mit #fail. Sinnvoll oder sinnlos?

Oder auch  «Montag, 6 Uhr, Wecker klingelt. Arbeiten… #fail». Ich frage mich einfach ernsthaft, ob hier der Kopf wirklich eingeschaltet wurde. Was wird erwartet von solch einem Tweet? Sollen wir zurück schreiben: «Ja, voll, kack Montag, ey #fail». Andere Menschen wären froh, wenn sie überhaupt einen Job hätten.

Sind wir tatsächlich manchmal so kurzsichtig und oberflächlich? Kein Verständnis für andere Fehler?

Vielleicht krieg ich hier eine Antwort über ein Thema, welches mich auf eine Art und Weise beschäftigt…

6 Kommentare

  1. Mein lieber Joni

    Gut geschrieben hast du das (sagt jemand, der niemals Blogs liest ;)). Ich find solche Tweets auch nicht besonders prickelnd, bzw. allgemein diese Negativität. Klar, jeder hat mal einen schlechten Tag, da bilde ich keine Ausnahme. Sich dann aber über jede Kleinigkeit öffentlich auszulassen, finde ich echt übertrieben und ziemlich unnötig.
    Sollte ich mal sowas tweeten, darfst du mich gerne drauf hinweisen ;)

    Was ich hingegen mag und selber auch oft benutze, ist das #selffail. Manchmal passiert mir durch „Tappigkeit“ so lustige Dinge, die muss ich dann einfach mit euch teilen, in der Hoffnung, dass ihr vielleicht genauso drüber lachen könnt wie ich selber <3

    -Stef

  2. @stef Danke für die Blumen, natürlich toll, wenn du genau diesen Blogbeitrag liest. Freut mich.

    Selffail finde ich ok. Die haben auch einen völlig anderen Hintergrund. Da schmunzle ich auch sehr gerne und übersehe das FAIL.

  3. ich denke, in einem gewissen masse ist das #fail-zeug okay, weil es halt zur nicht-ganz-ernst-gemeint-unterhaltung gehört. wenn man aber jedes detail immer so betitlen muss und immer nur negativ schreiben muss, besser mal ausschalten, sendepause.

  4. Chris sagt

    Du scheinst ja auf diesen Hash-Tag SEHR allergisch zu sein.
    Die #fail Tweets gibt es schon länger und ich sehe das Problem nicht.

    Wenn man lange eine Reise (via ÖV) plant und dann kurz vorher sehen muss, dass mal wieder eine Strecke unterbrochen ist, dann ist das in meinen Augen einfach doof. Natürlich, solche Sachen können passieren, für mich ist das aber grad ein ziemlicher Frust. Früher hätte man wohl einfach geflucht – heute gibts einen Tweet mit #fail.

    Ich denke doch, dass man gewisse Tweets auch einfach überlesen kann, ob das jetzt Foursquare, App-Empfehlungen oder eben #fail sind.

    • pumuggel sagt

      Danke für deine Meinung Chris. Ich finde es ein spannendes Thema. Ein Thema wo mich halt beschäftigt.

      Du hast natürlich schon nicht unrecht, sinnlose Fail-Tweets finde ich lästig. Aber wie bereits geschrieben: es gibt meiner Meinung nach Fail-Tweets und Fail-Tweets. Ich unterscheide. Ich kann durchaus auch über Fail-Tweets schmunzeln. Oder manche sind berechtigt…

      Die Frage, welche ich mir aber stelle: Was wollen wir mit einem Fail-Tweet erreichen? Mitleid, oder nur einfach den Frust rauslassen?

      Das mit dem Überlesen stimmt, das kann man. Aber wenn man solche Tweets überlesen soll, muss man sie dann überhaupt posten?

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